Wer im Herbst einen Handwerker, ganz egal ob einen Zimmerer, Elektriker oder Maler, engagieren wollte, musste Geduld beweisen: Die Handwerker hatten alle Hände voll zu tun. Da frage ich mich, wie es kommt, dass im Moment nirgendwo so heft ig gejammert wird wie in der Bauwirtschaft ? Die Gemeinden würden nicht mehr ausschreiben, die Hoteliers nichts mehr investieren, die privaten Bauherren hätten die Lust am Bauen verloren. Dazu komme, dass die Banken den Geldhahn zudrehen und Niedrigstpreise den Markt zerstören. Steht es wirklich so schlimm um die Südtiroler Bauwirtschaft oder erleben wir ein Jammern auf einem hohen Niveau – ganz nach dem alten Sprichwort „Es sind nicht alle krank, die ach und wehe schreien.“ Wir sind genau dieser Frage nachgegangen: Mit einer Online-Umfrage haben wir Südtirols Firmen im Bausektor nach ihrer Meinung gefragt. Das Ergebnis verblüfft : Gerade einmal 9,7 Prozent der Befragten sprechen 2009 von einer schlechten Auft ragslage. Dafür fürchten sie fi nanzielle Engpässe: Über 40 Prozent der Befragten klagen über eine schlechte Zahlungsmoral, gar über 60 Prozent über den Preiskampf. Auft räge sind zwar hier, aber die Gewinne werden weniger. In diesen Fall sprechen wir nicht von Jammern auf hohem Niveau, sondern Klagen um das fi - nanzielle Überleben. Doch Jammern allein füllt keine Kammern. Es gilt also aktiv zu werden und neue Lösungen zu suchen. Wie diese aussehen können und wie die Politik, Verbände und Großunternehmer die Zukunft der Bauwirtschaft einschätzen, lesen Sie ab Seite 14 im umfassenden Branchenreport. Ein Beitrag für den künft igen Erfolg am Bau.