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Editorial
Der deutsche Autozulieferkonzern Schaeffl er droht nach der Übernahme der Continental AG unter der Last der Schulden zu zerbrechen. Tausenden von Mitarbeitern droht die Entlassung. Und gerade jetzt meint die attraktive Geschäft sfrau Maria- Elisabeth Schaeffl er doch glatt: „Unternehmer gehen Risiko ein. Das erst macht sie zu Unternehmern. Ob die Rechnung aufgeht, weiß man vorher nie.“ Also ganz nach dem Motto: Mal gewinnt man, mal verliert man. Ein Satz der vom Wirtschaft spsychologen Erich Kirchler stammen könnte. Nur mit einem großen Unterschied: Im Interview auf Seite 7 sagt er zwar, dass unternehmerisches Risiko wie ein Roulettespiel sei, allerdings jeder Unternehmer die Folgen einer Entscheidung, ob positiver oder negativer Natur, bereits vorher bis in kleinste Detail durchkalkulieren müsse. Man müsse also immer mit dem „worst case“ rechnen, um rechtzeitig die Richtung wechseln zu können. Die Beschäft igten der Schaeffl er-Gruppe werden sich im Moment wohl nichts sehnlicher als einer Richtungswechsel ihrer Chefi n wünschen. Doch Frau Schaeffl er hofft immer noch auf die Gnade der deutschen Regierung. Sie soll der Gruppe mit Milliarden aus der Verspekulierung helfen. Der Staat soll also dafür geradestehen, dass Frau Schaeffl er und ihre Sohn bei der Übernahme des dreimal größeren Wettbewerbers falsch kalkuliert haben. Das hat Professor Kirchler damit sicher nicht gemeint. Beim Baukongress in Bozen appellierte Kirchler jedenfalls an die Südtiroler Handwerksunternehmer: „Zeigt auch in der jetzigen Krisenzeit Mut zum Risiko, seid Euch aber der Folgen Eures Handelns bewusst.“ Der Staat kann also nicht der Retter beim Roulettespiel sein. Verena Pliger |
Südtirol Panorama
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