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Der Markt gibt wieder den Ton an Der Run auf Ferienwohnungen, im Gegensatz dazu leer stehende Büros in Gewerbeparks und die steigende Nachfrage nach Kleinwohnungen bestimmen den Immobilienmarkt. Von Thomas Agostini
¬ Der sinkender Bedarf von Familien, da durch die Ausweisung von neuem Bauland auch viele Südtiroler in den Genuss einer Wohnung oder eines Reihenhauses gekommen sind. ¬ Die größere Nachfrage nach kleineren Wohnungen, bedingt durch die erhöhte Anzahl von Singles, alleinerziehenden Müttern oder Vätern. ¬ Die Preissteigerung der Wohnungen von etwa 50 bis 70 % in den letzten 7 bis 8 Jahren. ¬ Die verminderte Kaufkraft, durch den Anstieg der Lebenskosten. [ Ferienimmobilien ] Der Run auf Ferienwohnungen ist nach wie vor ungebrochen, vor allem bei Touristen aus Italien. Meist sind es solche Kunden, die unsere Region schon länger als Gäste besuchen und vornehmlich Wohnungen in Gebieten kaufen, die Winter und Sommertourismus anbieten. Zonen wie Corvara, Grödner Tal, teilweise das Pustertal und das Schlerngebiet mit Eggental sind dabei sehr begehrt. Die Preise für Ferienimmobilien sind in den einzelnen Gebieten sehr unterschiedlich und bewegen sich zwischen 2.500 € pro Quadratmeter im Eggental bis 6.000 bis 8.000 € pro Quadratmeter Bruttofläche in Gröden oder Corvara. [ Gewerbeimmobilien ] In diesem Bereich hat das sogenannte „Tremonti“-Gesetz mit den steuerlichen Begünstigungen aus dem Jahr 1994, und vor allem jene vom Jahr 2001, mit der erhöhten Abschreibung beim Erwerb von Gewerbeimmobilien, den Markt stark und nachhaltig beeinflusst. Durch die Abschreibungsmöglichkeit wurden viele Immobilien von Betrieben erworben, auch in höherem Ausmaß als dem effektiven Bedarf der Käufer. Die große Nachfrage in den Jahren zwischen 1994 und 2001 brachte eine stark erhöhte Bautätigkeit mit sich. Heute bestimmt deshalb ein Überangebot vor allem an Büroeinheiten in den oberen Geschossen den Markt. Im Gegensatz etwa zu Wohnimmobilien sind die Preise hier weit weniger gestiegen. Die Preise pro Quadratmeter Fläche für Gewerbeparks mit guter Ausstattung lagen in Bozen-Süd Anfang 2002 zwischen 1.400 und 1.800 Euro pro Quadratmeter. Bedingt durch das erhöhte Angebot und die reduzierte Nachfrage haben sich diese Preise bis heute unwesentlich verändert. Dafür verantwortlich ist sicher das neue Haushaltsgesetz, das auch reduzierte Abschreibemöglichkeiten beinhaltet: bei Leasing etwa nur mehr in 15 Jahren (vorher 8 Jahre). Nicht zu vergessen ist die Aufstockung im Bereich der Hypothekar- und Katastergebühren um satte 4 Prozent. › Der Autor ![]() Thomas Agostini ist seit vielen Jahren als Makler tätig und Ausschussmitglied der Südtiroler Maklervereinigung sowie Präsident der Kommission für die Eintragung der Makler ins Berufsverzeichnis der Handelskammer. Er ist Inhaber des Realitätenbüros Dr. Kompatscher-Agostini. [ Mietmarkt ] Kleinere Wohnungen sind derzeit in, zumindest in Bozen: dabei sind vor allem Zweizimmerwohnungen mit separater Küche gefragt. Interessenten sind die zunehmenden Single-Haushalte, für die Mietpreise zwischen 550 und 650 Euro im Monat noch bezahlbar sind. Weit weniger Nachfrage gibt es dagegen nach größeren Wohnungen mit 120 bis 150 m2 und Mietpreisen ab 1.200 Euro. Auf den Mietpreis wirken sich aber nicht zuletzt auch die ständig steigenden Energiespesen und dementsprechend auch die Kondominiumspesen aus. Das Vorhaben der Landesregierung, die Mietbeiträge für Wohnungen zu senken, wird sich sicher nicht positiv auf den Markt auswirken. |
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