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Sündenbock Euro Der Euro muss immer wieder seinen Kopf herhalten, wenn von Preissteigerungen für den Endverbraucher die Rede ist. Wie sieht in Südtirol die Situation bei den Immobilienpreisen aus? Von Thomas Agostini
[ Das Beispiel ] Sommer 1997: Eine Wohnung im 3. Stock, Richtung Westen, mit 2 Schlafzimmern, Wohnzimmer, Küche, 2 Bädern, Terrasse und Keller, mit einer Bruttofläche von 109,50 m2 wird zu einem Preis von 450.000.000 Lire (232.900 €) angeboten und verkauft. Der Quadratmeterpreis beträgt also 4.100.000 Lire (2.120 €). Die Doppelgarage für zwei PKW dazu kostet 65.000.000 Lire (33.570,00 €) - insgesamt also 515 Millionen Lire (265.900,00 €). Sommer 2004: Eine ähnliche Wohnung, in perfekt erhaltenem Zustand, also als neuwertig zu betrachten, wird um 480.000 € verkauft. Bei einem Quadratmeterpreis von 3.835,00 € (7.400.000 Lire) beträgt also die Preissteigerung in sieben Jahren etwa 80 Prozent, ohne Inflationsbereinigung. [ Die Statistiken ] Die italienische Fachzeitung „Consulente Immobiliare“ erhebt jedes Jahr die Quadratmeterpreise der wichtigsten Städte Italiens. Auch Bozen ist vertreten; somit kann ein statistischer Vergleich zum Beispiel gezogen werden. Die in der Tabelle 1 angegebenen Beträge sind Durchschnittspreise für Wohnungen in FOTOS: SEEHAUSER einem Neubau in peripheren Zonen, also in Zonen wie Drususstraße oder Reschenstraße. Man kann also sehen, dass die Ergebnisse der Fachzeitschrift mit den effektiv erzielten Preisen mehr oder weniger übereinstimmen. [ Keine Korrelation ] Die Daten zeigen einerseits, dass die Quadratmeterpreise effektiv zwischen den Jahren 2001 und 2002 – also zur Zeit der Umstellung auf den Euro – um mehr als 10 Prozent angestiegen sind. Andererseits sind sie das aber auch in den Jahren zwischen 1998/99 und 2000/2001. Fazit ist, dass die Preise der Immobilien im Wohnungsbereich bei uns immer wieder kräftig ansteigen. Eine Korrelation zur Einführung des Euro lässt sich nicht erkennen. Eine Erklärung für diese Preisentwicklung ist darin zu finden, dass vor allem die Preise der Baugrundstücke in den letzten 5 bis 6 Jahren stark angestiegen sind, was sich natürlich auf die Immobilienpreise niederschlägt. Erst in zweiter Linie sind die steigenden Baukosten und die nach wie vor anhaltende Nachfrage für Wohnungen in Bozen für die Erhöhung verantwortlich. Der niedrige Zinssatz für Hypothekardarlehen mit Laufzeiten bis zu 30 Jahren, die Beiträge für den Erwerb der Erstwohnung der Autonomen Provinz Bozen und das Besterben der Südtiroler, sich ein Eigenheim zu kaufen und nicht zu mieten, tun ein Übriges, dass Wohnungen gekauft werden, auch wenn die Preise steigen. › Der Autor Thomas Agostini ist seit vielen Jahren als Makler tätig und Ausschussmitglied der Südtiroler Maklervereinigung sowie Präsident der Kommission für die Eintragung der Makler ins Berufsverzeichnis der Handelskammer. Er ist Inhaber des Realitätenbüros Dr. Kompatscher. |
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