Sozialverträglich, umweltfreundlich, ressourcenschonend – nur Schlagworte oder ernsthafte Bemühungen um Nachhaltigkeit? Acht Beispiele für nachhaltiges Wirtschaften in Südtirol.
Südtirols Saubermänner
Blick in den Turbinenraum eines Wasserkraftwerkes der Stadtwerke Bruneck.
Alois Lageder produziert seine Weine aus Leidenschaft biologisch-dynamisch.
Die Produktionsanlagen der Memc im Süden Merans erinnern an eine Raffinerie.
Familienalm Taser – eine umweltfreundliche Hotellanlage in Form eines Almdorfes.
Günther Reifer und Evelyn Oberleiter in ihrem seit März 2011 geöffneten Terra EcoFashion-Geschäft in Brixen.
Die Loacker- Geschäftsleitung Christine Zuenelli und Armin Loacker auf der Wiese vor dem Stammsitz in Unterinn.
Für Salewa-Chef Heiner Oberrauch ist soziales Engagement Teil der Lebensphilosophie.
Roland Gabasch und Helga Pircher zwischen den Solarpaneelen auf dem Dach der Naturalia Bau in Meran.
Das Sortiment von Papavero: ökologische Büromaterialien vom Bleistift bis zum Aktenordner.
Wir haben uns auf die Suche gemacht nach den sozialverträglichsten, den umweltfreundlichsten, innovativsten, erfolgreichsten – also kurz: den nachhaltigsten Unternehmen des Landes.
Dabei ging es uns diesmal nicht um die üblichen Verdächtigen aus der Ökobranche: die Biobauern, Kräuterzüchter, Solarstromerzeuger, Eine-Welt-Vorkämpfer. Ganz bewusst haben wir nach Unternehmen oder Wirtschaftsbereichen jenseits des Ökoestablishments gesucht. Nach Firmen, die man nicht sofort in die grüne Schublade steckt. Betriebe, denen man ihr Umweltengagement vielleicht gar nicht zutraut oder Unternehmern, für die die ökosozialen Aspekte ihres Wirtschaftens derart selbstverständlich sind, dass sie gar nicht groß Wind darum machen.
Wir präsentieren auf den folgenden Seiten acht solcher Nachhaltigkeitspioniere. Entscheidend war, ob sie bestimmte Dinge anders und besser machen als die Konkurrenz. Wo erfüllen Sie mehr als nur die gesetzlichen Auflagen und warum tun sie es?
Viele Stecknadeln im Heu. Sie zu finden war leicht und schwer zugleich. Viele im Land beschäftigen sich mit dem Thema Nachhaltigkeit – die Eurac, das Tis, die Landesumweltagentur, das Ökoinstitut, die Uni, die Handelskammer und, und, und – trotzdem ist es schwierig, Greifbares in Erfahrung zu bringen.
Das Problem ist zum einen, dass der inflationäre Gebrauch des Begriffes ihn mit den Jahren schwammig und dehnbar wie Gummi gemacht hat.
Letztendlich fehlt jedoch eine Instanz, die sich ganz konkret damit beschäftigt, wie es um die Nachhaltigkeit im Land, und vor allem bei den Unternehmen, bestellt ist. Auch ein Portal mit dem Namen www.sustainability.bz.it hilft da nicht weiter, weil Zahlen zu den nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen im Land fehlen. Daten zu Investitionen im Bereich Umweltschutz, Energieeinsparung oder Soziales: Fehlanzeige. Ebenso wenig, wie es Untersuchungen darüber gibt, welcher ökonomische Mehrwert dadurch in Südtirol entsteht.
Es gibt Unterrichtsmaterialen für Schulen und Weiterbildungsangebote zum Thema, man kann mit Unterstützung des Ökoinstitutes oder der Handelskammer den ökologischen Fußabdruck eines Unternehmens messen, die konkrete Umsetzung scheint jedoch weitgehend Privatangelegenheit zu sein. „Wir stehen in Südtirol in diesem Bereich noch ganz am Anfang und das Interesse sowohl von unternehmerischer als auch von politischer Seite ist eher gering“, räumt Evelyn Oberleiter vom Brixner Terra Institute ein.
Veränderung vorleben. Glaubt man Alois Lageder, seines Zeichens Winzer und Vorsitzender des Ökoinstituts, kommt es bei der Frage der Motivation ganz entscheidend auf die Unternehmerpersönlichkeit an, aber vor allem braucht es Vorbilder. Unternehmerische Wegbereiter, die den Wandel zu mehr Umweltbewusstsein und sozialer Verantwortung erfolgreich vorleben.
Mit seiner klein- und mittelständisch aufgestellten und von Familienbetrieben geprägten Wirtschaft hat Südtirol diesbezüglich eigentlich ganz gute Karten. Ein Unternehmer, der in einer Region verwurzelt ist, kümmert sich naturgemäß mehr um die nachhaltige Entwicklung derselbigen, als es bei einem internationalen Großkonzern zu erwarten ist, bei dem in erster Linie der „Shareholder Value“ die Marschrichtung bestimmt.
Förderungen wären ebenfalls eine gute Möglichkeit, um bei Firmenchefs für mehr Nachhaltigkeitsenthusiasmus zu sorgen. Allerdings tut sich auch hier wenig. Jenseits von Klimahaus, Solarförderung und energetischer Sanierung gibt es in Rom wie Bozen wenig politisches Interesse.
Zuständig wäre in Südtirol zum Beispiel das Amt für Innovation, Forschung und Entwicklung. Dort fördert man neben vielen anderen auch innovative Projekte im Bereich der regenerativen Energien, allerdings: „Ein Themenschwerpunkt ist der Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit bei uns nicht“, sagt Amtsdirektor Franz Schöpf. Ebenso bei der Agentur für Umwelt: „Wir vergeben diesbezüglich keine Beiträge“, gibt Verwaltungsamtsleiter Helmut Schwarz Auskunft. „Zur Zeit bewegt sich mehr auf Gemeinde- und Bezirksebene“, bestätigt Susanne Elsen, Professorin an der Universität Bozen. Vielleicht liegt das auch daran, dass diese, ebenso wie öffentliche Körperschaften, die einzigen sind, die eine Landesförderung von maximal 50 Prozent für die Umweltzertifizierung ISO 14001 erhalten. Elsen hofft, dass im Bereich Wirtschaft der Technologiepark den nötigen Schub in die richtige Richtung bringt.
Grau ist alle Theorie Die Professorin koordiniert beim Aufbau des Technolgieparks den Bereich „Social Impacts of Technology“ und will „ein Netzwerk der Akteure aufbauen, die in diesem Bereich aktiv sind (oder sein sollten)“. Allerdings steht der Technologiepark gerade bei der Wirtschaft besonders in der Kritik – wie immer, wenn neue Wege beschritten werden, klafft eine Lücke zwischen Theorie und Praxis.
Um genau diese Lücke zu schließen, hat das Brixner Terra Institute gemeinsam mit dem Kloster Neustift die soeben zu Ende gegangenen Tage der Nachhaltigkeit organisiert und das Who’s who der internationalen Nachhaltigkeitsdebatte nach Brixen gebracht. Die Organisatoren Evelyn Oberleiter und Günther Reifer betonen im Gespräch die Wichtigkeit persönlicher Verantwortung und die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels.
Südtirol Panorama: Herr Reifer, Sie waren bis vor kurzem Marketing- und Vertriebsleiter einer international tätigen Unternehmensgruppe der Möbelbranche und vorher Unternehmensberater. Wie kam es zu Ihrer persönlichen Neuorientierung?
Günther Reifer: Mit der Zeit verspürte ich – wie viele unternehmerisch tätige Menschen heute – eine große Unzufriedenheit, war ausgezehrt von Hektik und Druck, geplagt von Sinnlosigkeit und Schuldgefühlen. Es trieb mich eine Sehnsucht, die ich zuerst nicht benennen konnte, die Sehnsucht nach Nachhaltigkeit im wirtschaftlichen Tun, nach mehr Achtsamkeit. Es kann nicht sein, dass die Nachhaltigkeit von Unternehmen darauf reduziert wird, Arbeitsplätze zu schaffen. Für mich war es deshalb Zeit, einige Dinge in meinem Leben zu verändern und zu handeln.
Sie haben vor etwa einem Jahr zusammen das Terra Institute gegründet. Vor welchem Hintergrund?
Günther Reifer: Das Institut ist aus einem Netzwerk gewachsen, im regen Austausch mit Vordenkern wie dem Berliner Genisis Institute, dem Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus, dem Sekem-Projekt in Ägypten (siehe S. 8) und anderen. Unser Institut versteht sich als Kompetenzzentrum für nachhaltiges Wirtschaften und persönliche Entwicklung und will Unternehmen begleiten, unternehmerische Zukunftsmodelle in die Wirklichkeit umzusetzen, will Impulse setzen, z. B. mit den heuer gestarteten „Tagen der Nachhaltigkeit“.
Ist der Begriff „Nachhaltigkeit“ nicht bereits abgenutzt?
Evelyn Oberleiter: Nachhaltigkeit mag zwar ganz im Trend liegen, ist aber weit mehr als eine kurzfristige Modeerscheinung, auch deshalb, weil wir sie dringend brauchen, für den Fortbestand der Erde und unser aller Lebensqualität. Geschäftsmodelle, die danach streben, die natürlichen Ökosysteme und den Lebensstandard für alle zu verbessern, werden folglich zunehmend zur Überlebensstrategie der globalisierten Welt. Nachhaltigkeit setzt Weitblick voraus, ein langfristiges systemisches Denken, das alle Bereiche mit einschließt, und natürlich auch etwas Mut.
Was gehört zum neuen Paradigma?
G. Reifer: Erstens: Jedes nachhaltige Handeln fängt beim Einzelnen und im Kleinen an, beim Konsumieren, Arbeiten, Zusammenwirken und
-leben. Zweitens: Gutes tun für Mensch und Umwelt und wirtschaftlich erfolgreich sein widerspricht sich nicht. Ganz im Gegenteil! Es geht im Grunde darum, den Kapitalismus zukunftsfähig zu machen, in Einklang zu bringen mit einer menschen- und umweltfreundlichen Wertevorstellung, die den Ausgleich sucht zwischen Geben und Nehmen, bei dem keiner wirklich verliert. Menschen WOLLEN sich engagieren und einen Beitrag leisten, das spüren wir in unserer tagtäglichen Arbeit mit Unternehmern und Führungskräften.
Sie sprechen von „qualitativem Wachstum“. Was ist das genau?
E. Oberleiter: Für Unternehmen bedeutet es: eine effiziente Organisation, eine ehrliche Vermarktung, ein laufender Reifeprozess der Mitarbeiter. Dies setzt eine gesunde Unternehmenskultur voraus, eine ökologisch-nachhaltige Produktentwicklung, Kooperationen und Nutzung von Synergien. Gerade der Vernetzungsgedanke spielt eine große Rolle, der Rückhalt durch Partnerorganisationen. So haben wir auch den Nachhaltigkeits-Kongress mit wichtigen Partnern organisiert, mit der Uni Bozen und Innsbruck und dem Bildungshaus Kloster Neustift.
Sie sind gemeinsam mit der Modeboutique „Terra EcoFashion Store“ unternehmerisch tätig. Warum?
E. Oberleiter: Es war uns ein Anliegen, unsere Ideen auch selbst umzusetzen: in diesem Fall mit biologisch-organischer und nach Fairtrade-Kriterien produzierter Mode. Wir möchten unser Geschäftslokal als Treffpunkt für Menschen mit sozialer und wirtschaftlicher Verantwortung etablieren. Und ganz nebenbei: Uns macht es glücklich zu wissen, dass wir z. B. eine Jeans verkaufen, die sozial und ökologisch verträglich produziert wurde oder das Ergebnis eines Sozialprojekts ist.
Ein bisschen Grün reicht nicht. Alois Lageder beschäftigt sich als Unternehmer bereits seit vielen Jahren mit dem Thema Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit. Er warnt davor, dass die Modeerscheinung Nachhaltigkeit dazu führen könnte, dass sich manch einer nur ein blassgrünes Mäntelchen umhängt, weil es gerade in die Zeit passt und gut fürs Image und den Umsatz ist.
Kritisch sieht er deshalb auch die diversen Umweltzertifizierungen – eine Nachhaltigkeitszertifizierung, die alle drei Bereiche, also auch die soziale und die wirtschaftliche Nachhaltigkeit einschließt, existiert bislang nicht. Umweltzertifizierungen wie Emas und 14001 dienen dazu, den Ist-Zustand eines Unternehmens in punkto Umweltfreundlichkeit zu analysieren und Managementinstrumente zu implementieren, die eine Entwicklung in Richtung ressourcenschonenderes und abfallreduzierendes Wirtschaften ermöglichen sollen.
Die Zertifizierung bedeutet allerdings nicht, dass ein Betrieb damit als besonders umweltweltfreundlich ausgezeichnet wird. Es geht viel mehr um den Nachweis, dass das zertifizierte Unternehmen über ein geeignetes System verfügt, die eigenen Umweltaspekte unter Kontrolle zu halten und, wenn möglich, zu verbessern.
Das ist nicht nur gut für die Selbstdarstellung. Meist führen die Maßnahmen auch zu einer Prozessoptimierung, die eine Kostenreduzierung mit sich bringt. Darüber hinaus lässt sich das unternehmerische Umweltengagement nur schwer über eine Kosten-Nutzen-Rechnung bewerten. Klar ist: Wer sich auf den Weg in Richtung nachhaltiges Wirtschaften machen will, muss erst einmal Geld in die Hand nehmen – für Investitionen, für höhere Preise, wenn hochwertigere Rohstoffe und Halbfertigprodukte verarbeitet werden, für Maßnahmen, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessern und natürlich für die Zertifizierungen selbst.
KMU bis 50 Mitarbeiter müssen für den gesamten ISO-14001-Zertifizierungsprozess mit Kosten von mindestens 25.000 Euro (oft auch weitaus mehr) rechnen. Voraussetzung, um tatsächlich nachhaltiger zu wirtschaften, ist eine solche Zertifizierung allerdings nicht, wie das Beispiel Lageder zeigt.
Südtirol Panorama: Wer als Unternehmer Umweltbewusstsein zeigen will, beschäftigt sich heute zuallererst mit Zertifizierungen: ISO 14001, EMAS... Ist das der richtige Weg?
Alois Lageder: Man muss aufpassen, dass solche Zertifizierungen nicht nur dazu dienen, sich als ein bisschen grün darzustellen. Umweltengagement muss von innen heraus kommen - beim Unternehmer, aber auch bei jedem einzelnen Bürger.
Aber braucht es nicht externe Berater, um Veränderungspotentiale zu erkennen und umzusetzen?
Unterstützung und Beratung von außen ist sicher hilfreich. Bei mir war es der Gründer des Ökoinstituts Hans Glauber, der mir vor inzwischen fast 20 Jahren den notwendigen Schubs gegeben hat. Und auch in der täglichen Arbeit ist es wichtig, immer mal einen Blick von außen auf das Unternehmen zu werfen, damit man weiß, wo man steht. Das Ökoinstitut bietet ja solche Beratungen, zum Beispiel zum ökologischen Fußabdruck eines Unternehmens, an. Und da zeigen sich oft erstaunliche Ergebnisse. Zuweilen sind es ganz andere Bereiche als man zunächst vermutet, die für eine ungünstige CO2-Bilanz sorgen. Ein Beispiel aus dem Weinbau sind die Pfähle im Weinberg. Die heute oft verwendeten Beton- oder Zinkpfähle haben einen enorm negativen Einfluss auf die Umweltbilanz.
Sie haben Zertifizierungen nie angestrebt?
Nein. Zertifizierungen sind so etwas wie die Doc-Bestimmungen beim Wein – das ist ein Mindeststandard. Wenn man das Thema ernst nimmt und wirklich lebt, dann kann und muss man viel viel weiter gehen. Deshalb haben mich Zertifizierungen nie interessiert.
Stichwort Solaranlagen: Die wuchern derzeit auf Dächern von Obstmagazinen und anderen Betriebsgebäuden. Ist das Umweltengagement oder Profitdenken?
Einfach nur eine Solaranlage aufs Dach zu setzen reicht natürlich nicht. Man muss vor allem schauen, dass man weniger konsumiert, dass auch die Mitarbeiter entsprechend geschult und sensibilisiert sind. Wir haben unsere erste Solaranlage vor 16 Jahren installiert, inzwischen haben wir drei, die letzte wurde vorheriges Jahr angebracht. Damit produzieren wir sehr viel Strom, aber es stimmt: Bei der ersten Anlage ist man von 28 Jahren Amortisationszeit ausgegangen, heute sind wir bei ungefähr sieben Jahren.
Bei den Spitzenweinen geht der Trend heute eindeutig in Richtung weniger Chemie und Rückkehr zu traditionellen Verarbeitungsmethoden. Haben Sie es im Weinbau leichter mit dem Öko-Engagement?
Also in Südtirol ist das leider noch nicht der Trend, aber es gibt ein wachsendes Interesse an gesunden Produkten. Natürlich haben wir es insofern leichter, als wir die Produktion vom Anbau bis zur Abfüllung weitgehend selbst in der Hand haben. Wenn man Rohstoffe von weit her holt oder im Ausland produziert, kann man die Dinge natürlich viel weniger beeinflussen.
Aber gehört zum nachhaltigen Wirtschaften nicht auch, nicht nur Mindeststandards in Billiglohnländern zu garantieren, sondern im eigenen Land zu produzieren?
Natürlich gehört das auch dazu. Aber da macht vielen dann wieder die Wirtschaftlichkeit einen Strich durch die Rechnung. In der Bekleidungsbranche oder bei technischen Artikeln herrschen natürlich ganz andere Marktrealitäten als in unserem Bereich. Aber natürlich sollte die Devise lauten: Global denken und lokal handeln, nur das ist vielleicht nicht immer möglich.
Was tun Sie ganz konkret, um nachhaltig zu produzieren?
Wir sind dabei, zumindest teilweise, von der Maschinen- wieder zur Handarbeit zurückzukehren, was ein wesentlicher Aspekt im biodynamischen Anbau ist. Seit vergangenem Jahr machen wir verschiedene Bodenarbeiten mit dem Pferdegespann, wir bringen die biodynamischen Präparate zum Teil mit dem Pferd aus und wir haben Schafe, die den Bodenbewuchs kurz halten. Es gibt übrigens bereits Studien, die zeigen, dass die Arbeit mit einem Pferd in der Gesamtbilanz nicht teurer oder zeitaufwändiger ist als mit einem Traktor.
Und abseits vom Weinberg?
Hier in der Verwaltung sparen wir Heizenergie durch Verwendung einer Niedertemperatur-Deckenheizung, wir haben eine Druckleitung zum Wassersparen, wir verwenden FSC-Papier und recyclen unsere Druckerpatronen. Es ist am Ende oft die Summe der kleinen Details, die den Unterschied macht. Aber auch hier wieder: Jeder Einzelne muss sich fragen, wo er Ressourcen sparen kann. Egal ob Firmenchef, Putzfrau oder Konsument.
Welchen Anreiz braucht ein Unternehmer, um sich auf den Weg der Nachhaltigkeit zu begeben?
Da ist zum einen das wachsende Kundeninteresse an gesunden und umweltverträglichen Produkten, das einen Einfluss ausübt. Zum anderen sind es auch die Förderungen, wie man an der fast explosionsartigen Verbreitung von Photovoltaikanlagen und Blockheizkraftwerken sieht. Meist ist es aber so, dass man, bevor man nicht vor der absoluten Notwendigkeit steht, doch lieber den bequemeren Weg geht oder den der größeren Gewinne.
Deshalb braucht es auch Unternehmer, die diesen Weg konsequent und glaubwürdig beschreiten und dadurch vielleicht andere zur Nachahmung animieren. Aber auch hier braucht es Geduld und kleine Schritte.
Und da immerhin 50 Prozent des Umsatzes im Nahen Osten erwirtschaftet werden, produziert man außerdem nach den religiösen Speisevorschriften koscher und halal. Für die Mitarbeiter in Unterinn gibt es zu den Schichtzeiten einen eigenen Shuttlebus vom Pendlerparkplatz in Bozen zum Werk.
In Heinfels werden Bewegungskurse angeboten, die Problemen durch einseitige Belastungen am Arbeitsplatz vorbeugen sollen.
Anita Rossi, Ariane Löbert
(Erschienen im Südtirol Panorama Mai 2011)
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