Wellness punktet

  • Der Pool des Meraner Palace effektvoll in Szene gesetzt

Top-Hotels. Die Spitzenhotellerie nutzt den ungebrochenen Spa- und Wellnesstrend. Freizeitangebot und Kinderfreundlichkeit sind ebenfalls wichtig. Sterne erst in zweiter Linie.


Das Ranking der Südtiroler Top-Hotels gelistet nach dem Umsatz 2010

Spa sells. Wer dachte, der touristische Wohlfühltrend hätte sich längst totgelaufen, den widerlegt die Statistik. Fast alle Südtiroler Top-Hotels tragen die Begriffe Spa oder Wellness entweder bereits im Namen oder werben offensiv mit ihnen. Am dicksten trägt der Quellenhof auf: „Südtirols größtes Wellness-, Sport- & Freizeitparadies: Sport & Wellness Resort Quellenhof bei Meran in Südtirol“ bewirbt sich einer der bettenstärksten Beherbergungsbetriebe des Landes. Immerhin 185 Zimmer verteilen sich auf die vier zum Hotelkomplex in St. Martin/Passeier gehörenden Häuser.

 

Unter den Top-Hotels hat nur das Four Points Sheraton eine höhere Bettenkapazität – im Bozner Messehotel stehen insgesamt 189 Zimmer zur Verfügung. Die Adler-Gruppe der Familie Sanoner verfügt zwar insgesamt über noch mehr Zimmer (230), 90 davon befinden sich allerdings im Adler Thermae im toskanischen Bagno Vignoni. Rechtssitz ist jedoch wie bei der Adler GmbH (Hotels Adler Dolomiti und Balance) in St. Ulrich.
Dass die Größe nicht allein ausschlaggebend ist, zeigt das La Perla in Corvara. Mit nur 52 Zimmern erwirtschaftet Hausherr Michil Costa 5,7 Millionen Euro und erzielte im Berichtsjahr den dritthöchsten Gewinnzuwachs. Umsatz und Gewinn bemessen sich auch ausschließlich an den Sternen. Nur rund die Hälfte der Betriebe verfügt über fünf Sterne, der Rest bewegt sich im Vier-Sterne-Superior-Bereich. Mit einem Michelin-Stern schmückt sich gar nur die Stüa de Michil im La Perla. Allerdings behalten viele Hotels ihre Gastronomie den Hausgästen vor und werden daher von den Gourmetführern nicht bewertet.
Dass das Meraner Palace unangefochtener Sieger des Rankings ist, überrascht dagegen wenig. Der Ruf von Henri Chenot lockt die betuchte Klientel aus aller Welt zum Kuren in die Passerstadt. Der französische Gesundheitspapst hat mit seiner Medical Wellness einen eigenen Trend kreiert, der mittlerweile auch andernorts erfolgreich kopiert wird. Erstaunlich ist eher, dass ausgerechnet das Palace mit der geringsten Personalkostenquote aller Spitzenhotels aufwartet.


Das größte Umsatzplus von fast 50 Prozent erzielte das Andreus in St. Leonhard/Passeier. Das neue Fünf-Sterne-Haus hat es mit seinen 73 Zimmern gleich im zweiten Jahr des Bestehens unter die Top Ten geschafft.

 

Ariane Löbert

(Erschienen im Südtirol Panorama November 2011)

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